MBUX Ratgeber: Funktionen, Einrichtung und Tipps

MBUX Ratgeber: Funktionen, Einrichtung und Tipps

MBUX gehört inzwischen zu den wichtigsten Technologien moderner Mercedes-Benz Fahrzeuge. Das Infotainmentsystem verbindet Navigation, Medien, Smartphone-Integration, Sprachsteuerung und zahlreiche Fahrzeugfunktionen über eine zentrale Benutzeroberfläche.

Doch gerade der große Funktionsumfang wirft Fragen auf: Wie richtet man MBUX richtig ein? Wie funktioniert „Hey Mercedes“? Wie verbindet man ein Smartphone? Was ist der Unterschied zwischen einem Benutzerprofil und der Mercedes-Benz App? Und was kann man tun, wenn MBUX nicht wie erwartet funktioniert?

Dieser MBUX Ratgeber von MB-DOME führt Schritt für Schritt durch die wichtigsten Funktionen – von der ersten Einrichtung bis zum Zurücksetzen des Systems vor einem Fahrzeugverkauf.

Hinweis: MBUX wurde über die Jahre kontinuierlich weiterentwickelt. Verfügbare Funktionen, Menüs, Displays und Digitale Extras unterscheiden sich abhängig von Fahrzeug, Baujahr, Ausstattung und MBUX-Generation.


Was ist MBUX?

MBUX steht für Mercedes-Benz User Experience und bezeichnet das Multimedia- und Bediensystem von Mercedes-Benz.

Seine Premiere feierte MBUX 2018 in der Mercedes-Benz A-Klasse W177. Damit begann bei Mercedes-Benz eine neue Generation der Fahrzeugbedienung. Statt eines klassischen Infotainmentsystems rückten Personalisierung, Touch-Bedienung, digitale Displays und die intelligente Sprachsteuerung stärker in den Mittelpunkt.

Zu den zentralen Funktionen gehören – abhängig von Fahrzeug und Ausstattung – unter anderem:

  • Navigation und Verkehrsinformationen
  • Medien und Radio
  • Bluetooth und Smartphone-Integration
  • Apple CarPlay und Android Auto
  • Sprachsteuerung
  • Benutzerprofile und Personalisierung
  • Fahrzeug- und Komfortfunktionen
  • Digitale Extras
  • Online-Funktionen
  • Software-Updates

Mercedes-Benz hat MBUX seit 2018 mehrfach grundlegend weiterentwickelt. Deshalb sieht MBUX beispielsweise in einer frühen A-Klasse W177 deutlich anders aus als in einer neueren E-Klasse oder einem aktuellen Fahrzeug mit MB.OS.

Mercedes-Benz A-Klasse W177

1. MBUX-Versionen und Fahrzeugkompatibilität

Einer der wichtigsten Punkte bei MBUX ist die Unterscheidung der verschiedenen Entwicklungsstufen.

Erste MBUX-Generation

Die erste Generation startete 2018 mit der A-Klasse W177. Später wurde sie auf zahlreiche weitere Mercedes-Benz Baureihen übertragen.

Typisch sind je nach Fahrzeug beispielsweise zwei nebeneinander angeordnete Displays, Touchscreen, Touchpad oder Lenkradbedienung und die Sprachsteuerung über „Hey Mercedes“.

A-Klasse W177 Beiträge

Zweite MBUX-Generation

Eine neue MBUX-Generation führte Mercedes-Benz mit der S-Klasse W223 ein. Bedienoberfläche, Rechenleistung und Personalisierung wurden dabei deutlich weiterentwickelt. Mercedes-Benz bezeichnete sie ausdrücklich als zweite Generation von MBUX.

Diese Systemgeneration findet sich in unterschiedlichen Ausprägungen auch in weiteren neueren Baureihen.

MBUX Hyperscreen

Mit dem EQS kam zusätzlich der MBUX Hyperscreen. Dabei werden Fahrer-, Zentral- und Beifahrerdisplay optisch unter einer großen Glasfläche zusammengeführt.

Der Hyperscreen ist deshalb keine einfache Bezeichnung für jedes neuere MBUX, sondern eine spezielle Display- und Bedienarchitektur.

MBUX Superscreen und MB.OS

Bei neueren Mercedes-Benz Generationen kommen weitere Konzepte wie der MBUX Superscreen hinzu. Gleichzeitig beginnt mit MB.OS – Mercedes-Benz Operating System eine weitere Entwicklungsstufe der digitalen Fahrzeugarchitektur.

Aktuelle Systeme können beispielsweise einen neuen MBUX Virtual Assistant, generative KI und umfangreichere Over-the-Air-Aktualisierungen einsetzen.

Wichtig: Nicht jede hier beschriebene Funktion lässt sich deshalb auf jedes MBUX-Fahrzeug übertragen.


2. Erste Einrichtung von MBUX

Nach der Fahrzeugübernahme lohnt es sich, MBUX zunächst vollständig einzurichten, anstatt direkt einzelne Funktionen anzupassen.

Eine sinnvolle Reihenfolge ist:

  1. Mercedes-Benz Konto beziehungsweise Mercedes me ID einrichten
  2. Fahrzeug mit dem eigenen Konto verknüpfen
  3. Benutzerprofil einrichten
  4. Smartphone verbinden
  5. gewünschte Digitale Extras aktivieren
  6. Navigation und Heimat-/Arbeitsadresse konfigurieren
  7. Datenschutz- und Privatsphäre-Einstellungen prüfen
  8. Display-, Audio- und Komforteinstellungen anpassen

Für die Nutzung verschiedener Digitaler Extras verlangt Mercedes-Benz eine Mercedes me ID, die Zustimmung zu den entsprechenden Bedingungen und die Verknüpfung des Fahrzeugs mit dem Mercedes-Benz Konto.

Wer diese Grundeinrichtung sauber erledigt, erspart sich später viele einzelne Konfigurationsschritte.

Mercedes-Benz CLA Shooting Brake X118

3. Benutzerprofile in MBUX

Benutzerprofile sind besonders interessant, wenn ein Mercedes-Benz von mehreren Personen gefahren wird.

Je nach MBUX-Version können verschiedene persönliche Einstellungen einem Profil zugeordnet werden. Welche Einstellungen tatsächlich gespeichert werden, hängt vom Fahrzeug und dessen Ausstattung ab.

Dazu können beispielsweise gehören:

Anzeigeeinstellungen, bevorzugte Medien, Navigationseinstellungen und weitere personalisierbare Funktionen.

Neuere Systeme gehen bei der Personalisierung noch deutlich weiter.

Wann lohnt sich ein eigenes Profil?

Ein eigenes Profil ist besonders sinnvoll, wenn:

  • mehrere Fahrer das Fahrzeug nutzen,
  • individuelle Einstellungen erhalten bleiben sollen,
  • Digitale Extras verwendet werden,
  • personalisierte MBUX-Funktionen genutzt werden sollen.

Dadurch muss das Fahrzeug nicht nach jedem Fahrerwechsel vollständig neu eingestellt werden.


4. Smartphone, Bluetooth, Apple CarPlay und Android Auto

Das Smartphone gehört für viele Fahrer zu den wichtigsten MBUX-Verbindungen.

Smartphone über Bluetooth verbinden

Grundsätzlich erfolgt die Verbindung über das Telefon- beziehungsweise Gerätemenü von MBUX.

Am Smartphone muss Bluetooth aktiviert sein. Anschließend wird das Gerät in MBUX ausgewählt und die Kopplungsanfrage auf beiden Geräten bestätigt.

Danach können – abhängig von den erteilten Berechtigungen – beispielsweise Telefonie und Kontakte genutzt werden.

Wenn Bluetooth nicht funktioniert

Bei Verbindungsproblemen helfen häufig:

  • Bluetooth am Smartphone kurz deaktivieren und wieder aktivieren
  • Smartphone neu starten
  • Verbindung in MBUX löschen
  • MBUX-Verbindung im Smartphone entfernen
  • Gerät anschließend neu koppeln

Apple CarPlay und Android Auto

MBUX unterstützt in entsprechend ausgestatteten Fahrzeugen auch Apple CarPlay und Android Auto.

Damit lassen sich kompatible Smartphone-Apps über das Fahrzeugdisplay verwenden.

Ob die Verbindung kabelgebunden oder kabellos möglich ist, hängt von Fahrzeug, Modelljahr und Ausstattung ab. Deshalb sollte man nicht davon ausgehen, dass jedes MBUX automatisch Wireless CarPlay oder Wireless Android Auto unterstützt.


5. „Hey Mercedes“ – die MBUX Sprachsteuerung

Eine der bekanntesten Funktionen von MBUX ist der Sprachassistent.

Mit „Hey Mercedes“ lässt sich die Sprachbedienung aktivieren. Mercedes-Benz entwickelte das System so, dass nicht ausschließlich starre Befehle notwendig sind, sondern auch natürlichere Sprache verstanden werden kann.

Je nach Fahrzeug lassen sich beispielsweise Ziele suchen, Medienfunktionen steuern oder bestimmte Fahrzeug- und Komfortfunktionen bedienen.

Typische Anfragen können sinngemäß sein:

„Hey Mercedes, navigiere mich nach Hause.“

„Hey Mercedes, mir ist kalt.“

„Hey Mercedes, spiele Radiosender …“

Welche Befehle funktionieren, hängt wiederum von Fahrzeug, Ausstattung, Systemgeneration und aktivierten Diensten ab.

Wenn „Hey Mercedes“ nicht reagiert

Prüfe zunächst:

Ist die Sprachaktivierung eingeschaltet?
Besteht bei Online-Funktionen eine Datenverbindung?
Ist das richtige Benutzerprofil aktiv?
Funktionieren Mikrofon und andere Sprachbefehle?

Ein Neustart des Systems kann bei temporären Problemen ebenfalls helfen.


6. Navigation mit MBUX

Die MBUX-Navigation gehört zu den umfangreichsten Bereichen des Systems.

Ziele können je nach System unter anderem über Touchscreen, Sprache oder die Mercedes-Benz App eingegeben beziehungsweise an das Fahrzeug übertragen werden.

Neben der klassischen Kartendarstellung können abhängig von Ausstattung und gebuchten Digitalen Extras weitere Funktionen hinzukommen.

Live Traffic Information

Mit entsprechenden Digitalen Extras können aktuelle Verkehrsinformationen in die Routenberechnung einbezogen werden. Live Traffic Information gehört zu den von Mercedes-Benz angebotenen digitalen Diensten.

MBUX Augmented Reality für Navigation

Eine besonders interessante Erweiterung ist MBUX Augmented Reality für Navigation.

Dabei wird das Kamerabild der realen Umgebung auf dem Zentraldisplay mit Navigationsinformationen kombiniert. Richtungspfeile und weitere Hinweise können direkt in das Live-Bild eingeblendet werden.

Das kann insbesondere an komplexen Kreuzungen oder bei schwer erkennbaren Abbiegungen hilfreich sein.

Nicht jedes MBUX-Fahrzeug verfügt über diese Funktion.

Mercedes-Benz EQB X243

7. Medien und Radio

MBUX bündelt verschiedene Audioquellen innerhalb des Multimediasystems.

Je nach Fahrzeug, Ausstattung und Digitalen Extras können beispielsweise genutzt werden:

  • klassisches Radio
  • DAB/DAB+
  • Bluetooth-Audio
  • Smartphone-Integration
  • USB-Medien
  • Musikstreaming
  • Podcasts und weitere Online-Inhalte

Mercedes-Benz bietet über seine Digitalen Extras zudem integrierte Streaming- und Multimediafunktionen an.

Klang richtig einstellen

Wer Wert auf Audioqualität legt, sollte sich nicht nur auf die Grundeinstellungen verlassen.

Je nach Soundsystem können Klangparameter, Equalizer, Balance/Fader und weitere Funktionen verfügbar sein.

Besonders bei optionalen Burmester-Systemen unterscheiden sich die Einstellmöglichkeiten je nach Fahrzeug erheblich.


8. Displays und Bedienung

MBUX kann je nach Generation über verschiedene Eingabemethoden bedient werden.

Dazu gehören beispielsweise:

Touchscreen, Lenkradbedienung, Touchpad bei bestimmten älteren Ausführungen und Sprachsteuerung.

Neuere MBUX-Systeme verwenden zunehmend das sogenannte Zero-Layer-Prinzip. Dabei sollen wichtige Anwendungen und situationsabhängige Funktionen möglichst direkt erreichbar sein, ohne dass der Nutzer durch zahlreiche Untermenüs navigieren muss. Mercedes-Benz setzt dieses Prinzip auch bei aktuellen Zentraldisplays ein.

Fahrerdisplay

Das digitale Fahrerdisplay kann abhängig vom Fahrzeug verschiedene Informationen darstellen, beispielsweise:

Geschwindigkeit, Fahrdaten, Navigation, Medieninformationen oder Assistenzsysteme.

Die Darstellung und Anpassungsmöglichkeiten unterscheiden sich deutlich zwischen den MBUX-Generationen.


9. Fahrzeug- und Komforteinstellungen

MBUX ist nicht nur ein Infotainmentsystem. Zahlreiche Fahrzeugeinstellungen können ebenfalls über das System vorgenommen werden.

Abhängig von der Ausstattung gehören dazu beispielsweise Einstellungen für:

  • Ambientebeleuchtung
  • Klima
  • Sitze
  • Beleuchtung
  • Verriegelung
  • Fahrprogramme
  • Assistenzsysteme
  • Head-up-Display
  • Komfortfunktionen

Bei Fahrzeugen mit umfangreicher Ausstattung wird MBUX dadurch zur zentralen Bedienoberfläche für einen erheblichen Teil der Fahrzeugfunktionen.

Gerade nach dem Kauf eines gebrauchten Mercedes-Benz lohnt es sich deshalb, die einzelnen Fahrzeugmenüs einmal vollständig durchzugehen.


10. Mercedes-Benz App und Digitale Extras

MBUX endet nicht am Fahrzeugdisplay.

Über die Mercedes-Benz App und das Mercedes-Benz Konto können Fahrzeug und Smartphone miteinander verknüpft werden.

Für die Nutzung der Digitalen Extras Basisdienste nennt Mercedes-Benz im Wesentlichen vier Voraussetzungen: Mercedes me ID erstellen, Nutzungsbedingungen akzeptieren, Fahrzeug mit dem Konto verknüpfen und die Mercedes-Benz App installieren.

Abhängig von Fahrzeug, Ausstattung, Region und gebuchten Diensten stehen anschließend verschiedene Funktionen zur Verfügung.

Dazu können beispielsweise gehören:

Fahrzeugstatus, Fahrzeugstandort, Fahrzeugortung, Live Traffic Information oder Send2Car.

Sind alle Digitalen Extras kostenlos?

Nein.

Einige Basisdienste sind bereits enthalten. Andere Digitale Extras können nur für einen bestimmten Zeitraum enthalten sein oder müssen separat gebucht beziehungsweise verlängert werden. Mercedes-Benz stellt die für das jeweilige Fahrzeug verfügbaren Angebote im Mercedes-Benz Store bereit.

Das ist insbesondere beim Gebrauchtwagenkauf wichtig: Eine sichtbare MBUX-Funktion bedeutet nicht automatisch, dass der zugehörige Online-Dienst dauerhaft kostenlos genutzt werden kann.

Mercedes-Benz Digitale Extras


11. MBUX Updates

Ein großer Vorteil moderner Infotainmentsysteme ist ihre Aktualisierbarkeit.

Mercedes-Benz unterstützt bei MBUX Over-the-Air-Updates (OTA). Dadurch können geeignete Softwareinhalte übertragen werden, ohne für jede Aktualisierung eine Werkstatt aufsuchen zu müssen.

Allerdings bedeutet OTA nicht, dass jede Fahrzeugsoftware und jedes Steuergerät grundsätzlich über MBUX selbst aktualisiert werden kann.

Je nach Fahrzeug und Art des Updates kann weiterhin ein Werkstattbesuch erforderlich sein.

Deshalb gilt:

Wenn MBUX ein Update anbietet, sollten die angezeigten Hinweise genau beachtet werden. Während bestimmter Aktualisierungsvorgänge können Voraussetzungen wie ausreichender Fahrzeugzustand oder ein bestimmter Betriebszustand erforderlich sein.


12. Datenschutz bei MBUX

Durch Online-Dienste, Benutzerprofile, Navigation und App-Anbindung verarbeitet ein modernes vernetztes Fahrzeug verschiedene Daten.

Deshalb lohnt es sich, die Datenschutz- und Privatsphäre-Einstellungen von MBUX nicht einfach zu überspringen.

Besonders relevant sind:

Standortdaten, Benutzerkonto, Navigationsdaten, Online-Dienste, Sprachfunktionen und die Verknüpfung mit dem Smartphone.

Einige personalisierte Funktionen benötigen bestimmte Daten, um ihren vollen Funktionsumfang anbieten zu können. Mercedes-Benz weist beispielsweise darauf hin, dass MBUX anhand von Daten mögliche Navigationsziele antizipieren kann.

Nutzer sollten deshalb selbst entscheiden, welche Funktionen sie verwenden möchten und die entsprechenden Einstellungen sowie Einwilligungen prüfen.

Mercedes-Benz Datenschutzinformationen


13. MBUX Fehlerbehebung

Auch bei MBUX können gelegentlich Probleme auftreten.

Dabei muss nicht jede Fehlfunktion unmittelbar auf einen Defekt des Systems hinweisen.

MBUX reagiert langsam oder hängt

Wenn das System vorübergehend nicht reagiert, sollte zunächst abgewartet werden, ob sich MBUX selbst wieder stabilisiert.

Tritt das Problem wiederholt auf, sollte geprüft werden, ob Updates verfügbar sind.

Smartphone verbindet sich nicht

Bei Bluetooth-Problemen:

  1. Bluetooth-Verbindung auf beiden Geräten entfernen
  2. Smartphone neu starten
  3. MBUX erneut nach Geräten suchen lassen
  4. Smartphone neu koppeln
  5. Berechtigungen kontrollieren

Apple CarPlay oder Android Auto funktioniert nicht

Prüfe:

  • Smartphone-Kompatibilität
  • Verbindung beziehungsweise USB-Kabel bei kabelgebundener Nutzung
  • Freigaben am Smartphone
  • vorhandene Verbindung zu einem anderen Gerät
  • Einstellungen innerhalb von MBUX

„Hey Mercedes“ funktioniert nicht

Kontrolliere zunächst die Sprachassistent-Einstellungen und probiere andere Sprachbefehle aus.

Navigation zeigt keine aktuellen Verkehrsdaten

Hier sollte insbesondere geprüft werden, ob der entsprechende Digitale Extra-Dienst aktiv ist und eine Datenverbindung besteht.

Wann sollte die Werkstatt prüfen?

Treten Abstürze, schwarze Displays, Audioausfälle oder andere Störungen dauerhaft oder regelmäßig auf, sollte das Problem nicht ausschließlich mit wiederholten Neustarts behandelt werden.

Dann ist eine Diagnose bei Mercedes-Benz beziehungsweise einem qualifizierten Fachbetrieb sinnvoll.


14. MBUX zurücksetzen und Fahrzeug verkaufen

Dieser Punkt ist besonders wichtig und wird bei Infotainment-Ratgebern häufig unterschätzt.

Wer einen Mercedes-Benz verkauft, sollte das Fahrzeug nicht einfach mit dem eigenen MBUX-Profil und verbundenen Geräten übergeben.

Vor der Übergabe sollten insbesondere folgende Punkte geprüft werden:

  1. persönliche Navigationsziele und gespeicherte Daten kontrollieren
  2. gekoppelte Smartphones entfernen
  3. Apple CarPlay beziehungsweise Android-Auto-Verbindungen löschen
  4. persönliche Benutzerprofile entfernen
  5. Fahrzeug auf Werkseinstellungen zurücksetzen, sofern für das Fahrzeug vorgesehen
  6. Fahrzeug aus dem persönlichen Mercedes-Benz Konto beziehungsweise der App-Verknüpfung ordnungsgemäß entfernen

Der genaue Ablauf unterscheidet sich je nach Fahrzeug und MBUX-Version.

Wichtig: Vor einem vollständigen Reset sollte geprüft werden, welche Daten tatsächlich gelöscht werden und welche Kontoverknüpfungen zusätzlich außerhalb des Fahrzeugs entfernt werden müssen.

Das gilt ebenso beim Kauf eines gebrauchten Mercedes-Benz: Befinden sich noch Daten des Vorbesitzers im Fahrzeug, sollten diese nicht weiterverwendet werden.


15. FAQ zum Mercedes-Benz MBUX

Was bedeutet MBUX?

MBUX steht für Mercedes-Benz User Experience und bezeichnet das Multimedia- und Bediensystem von Mercedes-Benz.

Seit wann gibt es MBUX?

MBUX wurde 2018 mit der Mercedes-Benz A-Klasse W177 eingeführt.

Hat jedes Mercedes-Benz Modell dasselbe MBUX?

Nein. Seit 2018 wurde MBUX mehrfach weiterentwickelt. Funktionsumfang, Displays, Bedienkonzept und verfügbare Digitale Extras hängen von Baureihe, Modelljahr und Ausstattung ab.

Was kann „Hey Mercedes“?

Der Sprachassistent kann je nach Fahrzeug unter anderem Navigation, Medien und verschiedene Fahrzeug- oder Komfortfunktionen bedienen. Der konkrete Funktionsumfang ist fahrzeugabhängig.

Unterstützt MBUX Apple CarPlay und Android Auto?

Entsprechend ausgestattete MBUX-Fahrzeuge unterstützen Apple CarPlay und Android Auto. Ob die Verbindung kabelgebunden oder kabellos funktioniert, hängt vom jeweiligen Fahrzeug und dessen Ausstattung ab.

Benötigt MBUX eine Internetverbindung?

Grundlegende Fahrzeug- und Infotainmentfunktionen funktionieren teilweise ohne permanente Internetverbindung. Online-Dienste wie bestimmte Verkehrsinformationen, Streaming- oder vernetzte Funktionen benötigen dagegen eine Datenverbindung und gegebenenfalls einen aktiven Digitalen Extra-Dienst.

Sind MBUX Updates kostenlos?

Das lässt sich nicht pauschal für sämtliche Fahrzeuge, Softwarestände und Funktionen beantworten. MBUX unterstützt OTA-Aktualisierungen, während bestimmte Funktionen beziehungsweise Digitale Extras separat gebucht werden können.

Kann man MBUX neu starten oder zurücksetzen?

Je nach MBUX-Version stehen Möglichkeiten zum Neustart beziehungsweise Zurücksetzen zur Verfügung. Der konkrete Ablauf unterscheidet sich zwischen den Baureihen und Systemgenerationen. Ein Werksreset sollte nicht mit einem einfachen Neustart verwechselt werden.

Muss ich MBUX vor einem Fahrzeugverkauf zurücksetzen?

Persönliche Daten, gekoppelte Smartphones, Benutzerprofile und Kontoverknüpfungen sollten vor der Fahrzeugübergabe entfernt werden. Zusätzlich sollte geprüft werden, ob das Fahrzeug noch mit dem eigenen Mercedes-Benz Konto verbunden ist.


Fazit: MBUX verstehen statt nur benutzen

MBUX ist weit mehr als Radio und Navigation. Das System verbindet Infotainment, Smartphone, Sprachsteuerung, Personalisierung, Fahrzeugfunktionen und vernetzte Dienste miteinander.

Seit der Premiere in der A-Klasse W177 im Jahr 2018 hat Mercedes-Benz das System erheblich weiterentwickelt. Von den ersten Dual-Screen-Systemen über die zweite MBUX-Generation und den Hyperscreen bis zu aktuellen Fahrzeugen mit MB.OS und dem weiterentwickelten MBUX Virtual Assistant hat sich sowohl die Technik als auch die Bedienung verändert.

Deshalb ist bei nahezu jeder MBUX-Frage entscheidend, welches Fahrzeug, welches Modelljahr und welche Systemgeneration betrachtet wird.

Wer MBUX richtig einrichtet, Benutzerprofile und Smartphone-Anbindung sinnvoll nutzt und sich mit Navigation, Sprachsteuerung und Digitalen Extras beschäftigt, kann deutlich mehr aus dem System herausholen.

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